Diesen und änlichen Suggestivfragen musste sich das WikiPress-Projekt des Zenodot Verlags stellen, als er sich zum Ziel nahm zunächst Teile der Wikipedia und später die gesamte Enzyklopädie in Buchform herauszubringen.
Da wurde dann vor allem von Leuten mit großem Mitteilungsdrang aber auffallend wenig Artikelarbeit in Wikipedia sich heißgeredet, Wikipedia sei eine Webseite und Webseiten in Buchform das Sinnloseste seit der „Erfindung“ des Atomstromfilters und überhaupt Texte auf totem Baum (=Bücher) würden eh aussterben und noch dazu wäre das ja der reinste böse Kommerz, weil Wikipedia ja angeblich nichtkommerziell sei (das Verstehen von nicht übersehbaren Fakten ist auch im Zeitalter des Internets nicht einfacher geworden)…
Das gleiche bekam man aber schon einmal von denselben (oder zumindest gleich gestrickten) Leuten zu hören, als erstmalig die Wikipedia CD und später Wikipedia DVD herauskam. Mittlerweile ist die Wikipedia DVD etabliert und häufig genutzte und auch gekaufte (!) Alternative zu Encarta, Brockhaus und Co.
Warum? Offensichtlich muss die DVD einen Mehrwert bieten, trotz dass sie ein statisches Medium ist, welches stets weniger aktuell ist als die Onlineausgabe:
Seit einiger Zeit sind den Unkenrufen zum Trotz die ersten aus Wikipediainhalten zusammengestellten und redaktionell aufbereiteten Wikipressbände fertig und im Handel erhältlich, auch der von mir zusammengestellte Band „Sonnensystem“ (ISBN 3-86640-006-3).
Welchen Mehrwert bieten nun diese Bände und insbesondere „Sonnensystem“ zum einen gegenüber der Onlineausgabe der Wikipedia und zum anderen gegenüber der (gerade im Bereich Sonnensystem) riesigen Anzahl an „konventionellen“ Büchern?
Gerade bei meinem eigenen Buch „Sonnensystem“ wage ich die Behauptung, dass es sich zum einen wohltuend von den inhaltsleeren, bunten und zum Teil fragwürdigen Bilderbüchern zum Thema Sonnensystem abhebt und zum anderen nicht in die formellastige Expertenbuchecke abdriftet, die zudem oft das Manko haben, dass man sie im Gegensatz zu meinem Buch nicht quer lesen kann. Ich wage die Behauptung, dass „Sonnensystem“ eine eklatante Lücke in diesem publikationsüberladenen Bereich geschlossen hat.
Ich lade also den Leser ein sich auf das Leseexperiment eines radikal neuen Buchtyps einzulassen und selbst ein eigenes Urteil zu fällen ob er seinen Zielen gerecht wird. Und vielleicht darf man sich dann bei Gefallen wie ein Pionier fühlen der etwas neues entdeckt hat, so wie ich mich als Pionier gefühlt habe das Medium Buch neu zu erfinden: