Die Macht der Bilder

Felistoria brachte die „Vulvendebatte“ zur heutigen Wikipediahauptseite treffend auf den Punkt (absichtlich unverlinkt) und ihre Worte verdienen es zwischen den Fronten der selbsternannten „Kinderschützer“ und der ebenso selbsternannten „Freiheitsschützer“ (als schlössen sich Kinder und Freiheit aus) mehr Gehör zu finden:

[…] mir sind dabei zwei Dinge aufgefallen: 1. der erstaunliche Mangel an sogenannter „Medienkompetenz“ (insbesondere im Hinblick auf die Wirkung von Bildern) und 2. die zum Teil amüsante sprachliche Selbstbeschummelei. Wie auch immer: das Bild wird dafür sorgen, dass niemand den Artikel liest, sondern sich zuvörderst in die fotografischen Arrangements „vertiefen“ wird. Schade um die Mühe der schreibenden Autoren.

Vielleicht lernt man ja für die Zukunft, dass sexuelle Aufklärung stets not tut und auch Kinder wissen sollten, wie Erwachsene natürlicherweise so aussehen (also nackt, stellenweise behaart, ungeschminkt und so weiter…) und andererseits man sich sehr bewusst ist, dass niemand sich der Wirkung von Bildern entziehen kann und deswegen Bilder von menschlichen Geschlechtsteilen, welche nunmal auch die unabänderlichen menschlichen Triebe ansprechen (und somit den Verstand behindern, an den sich Wikipedia wendet), einen passenden Kontext benötigen (bspw. einen Artikel) damit sie aufklärende Wirkung erzielen und eine Hauptseite der denkbar ungeeignetste Platz für Fotoaufklärung ist.

Und vielleicht zieht man dann sachliche Nackt- und Sexbilderkritik auch nicht mehr sofort in den Dreck der Lächerlichkeit und macht sich über das Spektakel mit einer Tüte Popcorn in der Hand lustig oder gar schlimmer wirft wahlweise mit den Keulen „Prüderie!“, „Zensur!“ und „Perversion!“ um sich (weil nur ein kranker Geist sich über soetwas den Kopf heißreden könne).

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Eine Antwort to “Die Macht der Bilder”

  1. Der „Artikel des Tages“ in der deutschsprachigen Wikipedia vom 21. März 2010 « schneeschmelze | texte Says:

    […] gesagt worden. Der Unmut bei den Nutzern war zurecht erheblich, und nur wenigen Wikipedianern gelang es wenigstens ansatzweise, sich mit einer Spur von Tiefgang einzubringen. Man wußte jedenfalls schon bei der Abstimmung […]

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