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Russisches Lotto

6. Juni 2011

Russisches Roulette kennt jeder und kein gesunder Mensch würde es spielen wollen. Trotzdem spielen wir jeden Tag eine seiner Varianten – russisches Lotto.

Pech & Glück…

Jeder Lottospieler malt sich eine realistische Chance auf den großen Gewinn aus, schließlich kann man spätestens alle paar Wochen in den einschlägigen Gossenfachzeitschriften zuverlässig eine neue immergleiche Geschichte von frischgebackenen glücklichen Lottomillionären lesen – da können doch die Millionen unmöglich immer an einem selbst vorbeigehen. Beim Lotto, aber auch allen anderen erwünschten Zufällen, steht also die gefühlte persönliche Gewinnchance im krassen Gegensatz zur tatsächlichen. Wieso kann es dann aber sein, dass regelmäßig irgendjemand gewinnt, obwohl man realistischerweise nie im Lotto gewinnen kann? Die Antwort liegt in der schieren Masse an Spielern. Ein einzelner Spieler hat im Lotto 6 aus 49 (ohne Superzahl) eine Gewinnchance (klein p) von rund 1 zu 14 Millionen, also praktisch nie:

p = 1 zu 6 aus 49 Möglichkeiten
= 1 : (49! / (6! * (49 – 6)!)) = 1 : 13983816
= 7,15 * 10-8

Die Chance, dass von all den vielen Mitspielern irgendeiner gewinnt (groß P), lässt sich über einen Zwischenschritt, das sogenannte Gegenereignis „keiner gewinnt“ (Pkeiner), bestimmen:

P = 1 – Pkeiner

Diese Gegenwahrscheinlichkeit Pkeiner lässt sich wiederum aus der Wahrscheinlichkeit, dass ich nicht gewinne (pnicht) und der Anzahl der Mitspieler berechnen. Die Formel ist dieselbe wie beim Würfeln. Eine Sechs würfelt man mit einer Chance von 1/6, zwei Sechsen mit 1/6 * 1/6 = (1/6)2 = 1/36. x-beliebig viele Sechsen hintereinander bekommt also man mit einer Chance von (1/6)x. Somit erhält man:

Pkeiner = pnichtMitspieler

Meine eigene Verlustchance (pnicht) ist ebenfalls das Gegenereignis dazu, dass ich gewinne (p):

pnicht = 1 – p

Somit ist der Zusammenhang zwischen meiner Chance zu gewinnen (klein p) und der Chance, dass irgendjemand gewinnt (groß P), hergestellt und kann in einer Formel zusammengefasst werden:

P = 1 – (1 – p)Mitspieler

Bei 10 Millionen Mitspielern ergibt sich somit eine Chance von 51%, dass irgendjemand gewinnt, also im Schnitt bei jeder zweiten Ziehung gibt es mindestens einen mit 6 Richtigen. Kein Wunder, dass es dauernd Lottomillionäre gibt und ich trotzdem nie gewinne. Soweit so gewöhnlich und jeder Mensch, der mal in der Schule mit Wahrscheinlichkeitsrechnung „gequält“ wurde, hat genau diese Formel einmal ausrechnen müssen.

Transfer…

Nur wer hat je darüber nachgedacht, dass diese Formel nicht nur auf das „harmlose“ Glücksspiel Lotto zutrifft, sondern auch eine Menge über Pech, Katastrophen und die menschliche Zivilisation ganz allgemein aussagt?

Jeder mögliche Fehler, jedes mögliche Unglück tritt irgendwann ein, wenn man es nur oft genug riskiert. Dazu gibt etliche Möglichkeiten: Entweder wartet man hinreichend lange oder man setzt sich parallel demselben Risiko mehrfach aus. Und wenn man lange genug wartet und gleichzeitig sich mehrfach demselben Risiko aussetzt, dann werden selbst extrem unwahrscheinliche Unglücke plötzlich wahrscheinlich.

So hatte man nach dem Ausbruch des Eyjafjallajökull 2010 in ganz Europa den Flugverkehr eingestellt. Von einem Flugzeugabsturz wegen der Asche direkt betroffen zu sein war extrem unwahrscheinlich, selbst dass es eine bestimmte Fluggesellschaft traf war recht unwahrscheinlich, weswegen auch viele lauthals über Panikmache gezetert haben. Nur dass bei den vielen Fluggbewegungen pro Tag irgendein Flugzeug aufgrund der Asche abstürzen konnte, dieses Risiko war eben nicht mehr vernachlässigbar klein und kein besonnener Politiker nimmt ein vermeidbares erhöhtes Risiko eines Absturzes auf sich. Die Entscheidung war somit rational richtig.

…mit den Zahlen der Kernkraftlobby

Bei Kernkraftwerken hingegen waren vor Fukushima größtenteils dieselben Leute der Ansicht, dass Super-GAUs nur bei sprichwörtlich sowjetischer Schlamperei auftreten können, die westlichen und insbesondere die deutschen Kernkraftwerke die sichersten auf der Welt seien (abgesehen davon, dass nach nach Fukushima jedes Land, auch Russland, diesen Spitzenplatz für sich lautstark beansprucht), sodass nach Ansicht der Kernkraftwerksbefürworter (nicht Gegner!) nur etwa alle 33’000 (Wert der GRS für deutsche AKWs) bis 1 Million Jahre (Wert der IAEO für den im Bau befindlichen EPR) ein nicht mehr beherrschbarer Unfall sprich Super-GAU eintreten könne und somit praktisch ausgeschlossen sei.

Aber stimmt das? Die genannten Zahlen gelten pro Jahr pro Reaktor: Fast jedes Atomkraftwerk hat mehr als einen Reaktor und jedes in Betrieb befindliche Atomkraftwerk läuft viele Jahre – dank der nicht nur in Deutschland beschlossenen Verlängerung der AKW-Laufzeiten sogar noch viele Jahre länger. Derzeit sind 442 Reaktoren weltweit in Betrieb und die Kernkraft wird seit 1954 zur Stromerzeugung genutzt. Nimmt man nun all diese Zahlen und macht noch die zusätzliche vereinfachende (und im übrigen die Risiken der Kernkraftnutzung verharmlosende) Annahme, dass all die Reaktoren seit 1954 ununterbrochen in Betrieb wären, dann ergibt sich mit den oben genannten Zahlen die Wahrscheinlichkeit für einen Super-GAU irgendwo auf der Welt bis Ende 2010 wie folgt:

Pirgendwo = 1 – (1 – pReaktor)(Jahre * Reaktoren)
= 1 – (1 – pReaktor)24752

Für pReaktor = 1 : 33’000 Jahre (westliches Kernkraftwerk) ergibt sich:

Pirgendwo = 1 – (1 – 1:33000)24752 = 0,528 = 53,8%

Für pReaktor = 1 : 1’000’000 Jahre (im Bau befindlicher EPR) ergibt sich:

Pirgendwo = 1 – (1 – 1:1000000)24752 = 0,024 = 2,4%

Wenn also alle Reaktoren auf dem angenommenen Sicherheitsstand der westlichen Kernreaktoren wären, ist die Frage „Super-GAU innerhab von 50 Jahren ja oder nein“ so wahrscheinlich wie Kopf oder Zahl beim Münzwurf, also eindeutig ein unverantwortliches Risiko. Selbst wenn heute alle Reaktoren auf einen Schlag durch einen EPR ersetzt würden und keine zustätzlichen Atomkraftwerke gebaut würden, der Stromhunger der Welt also nach wie vor nicht durch Kernkraftwerke gestillt würde (2008 betrug ihr weltweiter Anteil an der Stromerzeugung 13%), wären 2,4% immer noch ein beunruhigend hohes Risiko. Selbst dann, wenn man den Weltstrombedarf durch den EPR decken würde, wären also weitere Super-GAUs im 21. Jahrhundert trotz enormer Sicherheitsanstrengungen vorprogrammiert.

Herausforderung des Schicksals

Nur bis dato hat es in diesen 56 Jahren statt einem „halben“ bereits zwei Super-GAUs und eine Vielzahl weiterer Kernschmelzunfälle bis hin zum Fast-Super-GAU in Three-Miles-Island gegeben, ganz zu schweigen von gravierenden Unfällen in Wiederaufbereitungsanlagen, Uranbergwerken… von militärischer Nutzung garnicht zu reden.

Wenn man also großzügig nur diese zwei Super-GAUs in 56 Jahren berücksichtigt und wieder die kernkraftwerksfreundliche Annahme trifft, alle Reaktoren wären 1954 auf einen Schlag in Betrieb gegangen, kann man damit eine äußerst optimistische Obergrenze des tatsächlichen Risikos des GAUs eines einzelnen Reaktors abschätzen:

pReaktor = Anzahl Super-GAUs / (Jahre * Anzahl Reaktoren)
= 2 / (56 * 442) = 8,08 * 10-5 = 1 : 12’000

Sprich im allergünstigsten Fall explodiert ein Kernreaktor alle 12’000 Jahre. Wenn selbst diese optimistische Risikoabschätzung bei weitem unter den Werten der GRS liegen, kann der technische Fortschritt selbst eines EPRs nie und nimmer bei vollkommen haltlosen (und trotzdem immer noch unvertretbaren) 1 zu 1 Million sein und die neulich vom Bundesumweltminister Norbert Röttgen geäußerten 1 zu 10 Millionen für bestehende deutsche Reaktoren liegen gänzlich im Reich der Phantasie.

Es ist somit eine unumstößliche Tatsache und keine Panikmache von Ökospinnern:

Wenn die Welt nicht schleunigst alle Atomkraftwerke abschaltet, werden wir definitiv mindestens einen weiteren Super-GAU erleben. Heiße Kandidaten sind die USA, Frankreich, Japan, Russland, Großbritannien, Indien, China, Deutschland…

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Die Rückkehr der Moderne

22. November 2010

Schon länger spukt mir eine etwas provokant-anmaßende, aber vollkommen ernstgemeinte Kulturthese durch den Kopf, die ich in der Vergangenheit gelegentlich bei Diskussionen mit Freunden nicht nur über Kunst und Kultur mit einem spitzbübischen Grinsen in den Raum warf und auf die Reaktionen wartete…

Die Postmoderne ist Schnee von Gestern. Sie war das Fin de siècle des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Die Moderne war nie zuende. Sie ist vielmehr dominierend wie nie zuvor und wird die längste Epoche der Neuzeit werden.

Wie kommt man auf dieses schmale Brett, wo doch allgemein bekannt ist wie postmodern wir alle sind?!

Die Postmoderne war die aufkommende Langeweile und der Eskapismus vor der Jahrtausendwende, als man sich an den omnipräsenten Formen, Stilen und Weltsichten sattgesehen und -gelebt hatte, die man fälschlich für identisch mit der Moderne hielt. Dabei versuchte man lediglich den Bruch mit der erstarrten Philosophie des Bauhaus und seiner Kinder und betrieb somit letztlich nichts anderes als die Moderne fortzuführen. Die Postmoderne war modern.

Moderne ist Rastlosigkeit und Beschleunigung des Lebens. Moderne ist Globalisierung und um sich greifende Urbanisierung mit all ihrer empfundenen Enge und kulturellen Widersprüchlichkeit bei gleichzeitiger radikaler individueller Freiheit. Moderne ist umfassender von Technik getriebener gesellschaftlicher Wandel. Wie umfassend dieser ist, wird schon beim Rückblick auf die Jahre ab 1995 sichtbar.

Die Moderne begann, als die Menschheit an ihre geografischen, humanitären und materiellen Grenzen stieß. Sie wird so lange fortbestehen, wie sich die Menschheit sich in diesem selbstverschuldeten Flaschenhals befindet, in dem die Ansprüche die Möglichkeiten übersteigen. Ob, wie und wenn ja wann die Menschheit da hindurchkommen wird, ist offen. Sehr sicher aber wird die Moderne nicht vor Ablauf des 21. Jahrhunderts zuende sein.

Die erste Hälfte der Neuzeit war das Zeitalter der Entdeckungen. Die zweite Hälfte, die Moderne, ist das Zeitalter der Entscheidungenzum Guten wie zum Schlechten. Das 21. Jahrhundert wird der Wendepunkt der Zivilisation werden. Man kann das Heute, Hier und Jetzt ablehnen und sich zurück in eine romantische, abenteuereiche Vergangenheit sehnen oder vorwärts in eine scheinbar grenzenlose, virtuelle Zukunft flüchten oder beides zugleich.

Wir können uns aber die Welt und schon garnicht die Zeit aussuchen, in der wir leben. Wer wie Don Quijote gegen ihre Windmühlenflügel kämpft, wird verlacht scheitern. Doch auch wer sich als Mitläufer vom Strom der Zeit träge und geistig wenig gefordert mittreiben lässt oder ihn gar begeistert feiert, wird in diesem Malstrom untergehen. Wer aber überlegt einen Schritt zur Seite geht, wird Spuren hinterlassen und den Lauf der Zeit ändern.

Windows-7-Odyssee

10. Februar 2010

Nein dies ist kein Beitrag darüber, wie man Windows 7 in der 64-Bit-Version bei nur vorhandenem Zweitrechner mit Windows-XP-32-Bit über USB-Stick installiert (weil Windows 7 mit vielen DVD-Laufwerken nicht klarkommt), obwohl ich es hinbekommen habe und somit nun weiß wie es geht und eine garantiert hilfreiche Anleitung schreiben könnte. – Man wird hier aber lesen können, was alles garantiert nicht funktioniert und sich so doch einige Zeit und Frust ersparen und vielleicht den einzig vernünftigen Schluss als ganz normaler unbedarfter Anwender daraus ziehen: Eine Linuxdistribution wie (K)Ubuntu oder OpenSuse installieren und glücklich sein und sollte man wirklich Windows benötigen, selbiges einfach in einer virtuellen Maschine wie VirtualBox unter Linux installieren, wo es viel leichter zu bändigen ist.

Warum kein Hilfebeitrag, sondern eine Polemik? Nun ich seh es nicht ein kostenlosen Support für einen Hersteller zu leisten, der den jährlichen Gewinn mit der Mistgabel umwenden kann und der ohne rot zu werden, sein für Normalsterbliche uninstallierbares Windows 7 als benutzerfreundlich wie nie zuvor anpreist und wo zu allem Überfluss die halbe Computernachrichtenwelt auch noch 7-glückszahlseelig inklusive Web-Zwo-Null-Verstärkereffekt mithypt, bloß damit sie ihre Anzeigenblöcke weiterhin voll kriegen.

Es fing damit an, dass meine Schwester dank der Microsoft-E-Academy über die Uni sich zu ihrem brandneuen softwarelosen Desktop-PC ein neues Windows 7 in 64 Bit besorgte und ich ihr da natürlich bei der Installation half (wozu ist man schließlich Bruder ;-), auch wenn es mich schon ärgerte, dass sie für Linux „keine Zeit und keinen Nerv“ haben wollte.

Nun nachdem ich so „Kleinigkeiten“ wie den passenden Registrierschlüssel (müssen die immer so lang sein, dass man da ewig am Telefon braucht bis man den durchgesagt hat?) und die von mir dann korrekt gebrannte Windows-DVD zusammen hatte lief alles 2 Minuten lang fluffig, bis das Installationsprogramm meinte, es könne nicht von dem DVD-Laufwerk lesen von dem es gerade las?! Es schlug mir dann vor ich möge doch bitte mal die Treiber-CD für das DVD-Laufwerk in eben jenes Laufwerk einlegen, das könne ich problemlos machen und danach die Windows-DVD wieder einlegen und weitermachen… Gut ich wunderte mich zwar, wozu ein SATA-DVD-Laufwerk einen extra Treiber braucht, wo es doch eigentlich nur SATA-Treiber für den SATA-Controller auf dem Board gibt, aber ist doch mal nett, dass man kurz die Treiber-CD einlegen kann. Nunja natürlich fand Windows keinen passenden Treiber und irgendwie zeigte es mir auch nicht die vorhandene Ordner-Struktur der Treiber-CD an… Merkwürdig. Auch das Umkopieren der Treiber-CD auf einen USB-Stick und dann die berühmte Treibersuche (schön für jeden Ordner einzeln, zur Sicherheit…) und die eingebaute CMD.EXE-Kommandozeile etwas versteckt einen Schritt zurück half da nicht weiter. Ende Gelände.

Gut schauen wir mal im BIOS nach der Kennung des DVD-Laufwerks und schmeißen die Typenbezeichnung in eine x-beliebige Suchmaschine auf dem Zweitrechner. Ich fand dann heraus, dass das Laufwerk eine OEM-Version von Optiarc ist, welches wiederum eine Untermarke von Sony ist und ich mit diesem Problem alles andere als allein bin. Da sich Sony nun bekanntermaßen zusammen mit Philips bei Compact-Discs usw. sehr gut auskennen sollte (wer hat’s erfunden?), konnte mir auch keiner dieser Windowsnaseweise in den werbeverseuchten Foren weismachen, dass DVD-Laufwerk sei „halt billiger No-Name-Schrott“. Da mit dem gleichen Laufwerk (und vielen weiteren anderen Laufwerksherstellern und vor allem vielen vielen integrierten Notebooklaufwerken) weitere Leute sogar mit einer in Redmond von Gates & Ballmer handgepressten Windows-7-DVD dasselbe Problem hatten, konnten dieselben Experten sich ihr „ist halt zu schnell auf nen Scheißrohling gebrannt“ ebenfalls sonstwohin stecken – Und natürlich hab ich meine DVD nur mit 4fach auf einen vernünftigen Rohling mit vernünftiger Software, also K3B unter Linux, gebrannt und die Prüfsumme hinterher verglichen.

Außerdem gibt es dasselbe Problem auch schon seit Längerem mit Windows Vista und viel eher ist es wohl irgendeine komische DRM-Interferenz im Zusammenang mit dem DVD-Standard, die Windows ab Vista desöfteren glauben lässt, es müsse sich gerade selbst im Weg stehen. Also kurz gesagt: Die Hardware ist tadellos in Ordnung und es hilft hier rein garnichts vermeintliche „Markenprodukte“ zu kaufen oder statt einer gebrannten DVD eine gepresste DVD zu nehmen und schon garnicht gibt es einen DVD-Laufwerkstreiber gegen dieses Problem. Es ist einfach ein Windowsfehler, der seit Vista bekannt ist und recht häufig auftritt und und halt immer noch nicht gefixt ist…

Muss ich erwähnen, dass Linux bei derselben Durchfallquote von DVD-Laufwerken mit beißendem Spott übersät werden würde?

Ich erinnerte mich dann an ein gewisses DVD/USB-Tool von Microsoft, mit dem einen USB-Stick so einrichten kann, dass man dann von ihm direkt das Windows 7 installieren kann. So würde ich also das Laufwerksproblem umgehen können. Gut ich installierte also unter Windows-XP-32-Bit besagtes Tool (vorher wollte es natürlich noch Punkt-Netz-Zwo-Null und eine Imaging-Mastering-API installiert haben…) , bei welchem die gute Firma von Bill & Steve übrigens vor einiger Zeit netterweise auch erst noch schriftlich dazu eingeladen werden musste die verwendeten frei unter der GPL-verfügbaren Bestandteile zuzugeben und vertragsgemäß den Quelltext zu veröffentlichen.

Natürlich brach das Tool mit einen Fehler ab, als 99% des Installations-USB-Sticks erstellt waren. Der Fehler lautete „USB-Stick konnte nicht bootbar gemacht werden“ oder sowas. Nun eigentlich sollte ein simples Flag in der Partitionstabelle echt keine Hürde sein, aber gut kann man ja unter Linux eben mal das Flag setzen. Nun immerhin brachte es der USB-Stick dann im zu installierenden Rechner bis zu einer NTDLR-blabla-Fehlermeldung. Okay, das Bootbar ist also nicht sooo einfach.

Andere Minesweeper-and-Solitär-Certified-Engineers meinten dann in einem erträglichen „sozialen“ Forum von Microsoft, dass das Tool ja eh für echte Experten unnötig wäre und eine Handvoll CMD.EXE-Befehle ebenfalls einen USB-Stick passend einrichten können. Nun natürlich funktioniert dieser an verschiedenen Stellen im Web gleichlautend beschriebene Weg NICHT mit Windows XP, auch nicht wenn man die verwendeten Konsolenprogramme in einer neueren Version installiert. Windows XP (zumindest, das woran ich saß) wird nur die eigene Festplatte damit formatieren wollen, aber niemals den USB-Stick… Damit es funktioniert benötigt man zwingend ein Windows Vista.

Okay, ich fand dann bei einem bekannten Netbookhersteller im Forum einen Hinweis woran es wirklich lag, dass das DVD/USB-Tool „in manchen Situationen“ (Microsoft-Sprech) nicht funktioniert. Man kann damit auf 32-Bit-Windowssystemen einfach keinen bootbaren USB-Stick für 64-Bit-Windowssysteme erstellen (und umgekehrt vermutlich auch nicht). Natürlich haben nette Microsoft-Supportler im „sozialen“ Firmenforum darauf hingewiesen, dass man sich nur mit seinem Microsoft-Store-Account bei ihnen einzuloggen brauche, dann auf seinen Windows-7-Einkauf in der Einkaufsliste klicken und dort dann ein passendes kostenlose Progrämmchen als Dreingabe runterladen kann, welches auf 32-Bit-Systemen auch 64-Bit-Boot-USB-Sticks erstellt. Natürlich haben die Allermeisten noch nie im Microsoft-Store eingekauft und das Tool gibt es auch sonst nirgendwo von Microsoft (zumindest hab ich es nirgends finden können). Nunja ich lud es mir dann also über „dunkle Kanäle“ herunter, prüfte das Progrämmchen genau auf Viren und anderes Windowskroppzeuch und auch die Signatur war korrekt und original Microsoft. Mit diesem Progrämmchen zusammen ließ sich dann das DVD/USB-Tool dazu überreden, das mit dem Bootbar von 64 Bit richtig zu machen und tatsächlich der USB-Stick bootete korrekt in das Windows-7-Setup.

Uff. Der Installer schnurrte los und fragte mich nach der Festplattenformatierung: Okay 20GiB für Windows und die restlichen 480GiB für Daten als Formatierung angeben sollte etwas Ordnung durch die Trennung von Daten und Software schaffen und bei zukünftigen Installationen zumindest das leidige Backupproblem entschärfen… Das Windows sagte dazu okay, spulte die Installation ab und ein paar Neustarts später sah ich dann den nagelneuen Windows-7-Desktop. Schauen wir doch mal auf Laufwerk C und D die Eigenschaften an. Natürlich hat Windows brav das Gegenteil dessen gemacht was ich wollte. Windows braucht Platz und hat sich deswegen in die 480-GiB-Partition installiert und die 20-GiB-Partition netterweise komplett unformatiert gelassen…

Danke. Das kann ja jedes Linux seit mindestens 1999 direkt im Installationsvorgang garantiert zuverlässig und besser. Gut vielleicht bin ich auch einfach von der simplen Bedienung der Partitionierungsroutine beliebiger Linuxdistributionen jahrelang so geistig verblödet worden, dass ich unter Windows einfach zu doof war es richtig zu machen. Nunja muss man das Problem unter Windows 7 also hinterher mit einem passenden Partionierungsprogramm glattziehen.

Aber schauen wir uns erstmal die Treiber an, der Gerätemanager findet einen namenlosen Coprozessor mit dem er nichts anfangen kann… Gut Treiber-CD wieder eingelegt, angeblich Windows-7-kompatibel. Natürlich nicht. Die Setup.exes der einzelnen Bestandteile wollen partout nicht das tun was sie sollen, sondern werfen nur einen Kompatibilitätsfehler. Gut ich pfriemel jetzt nicht die Treibersuche für jede einzelne Komponente durch und versuch die Treiber nackig zu installieren, sondern probier erstmal aus ob Windows wie es sich bei jedem Linux von Haus aus seit Jahren gehört vielleicht wenigstens in seinem Onlineupdate passende Treiber für jede erdenkliche Hardware bereit hält. Nein der anonyme Coprozessor und auch der Sound sind vollkommen unbekannt. Gut schau ich erstmal auf der CD nach für welches Board die gedacht ist und schau beim Hersteller direkt vorbei.

Natürlich war die von Händler beigelegte CD nicht die CD für das passende Board, wie ich schnell herausfand und was auch ein Blick in die Systemeigenschaften von Windows bestätigte, sondern für ein anderes, aber immerhin vom gleichen Hersteller. Okay wenigstens ging das Windows 7 sofort anstandslos ins Internet und ich lud direkt eine längere Liste von RAR-Archiven vom Boardhersteller passend für die genaue Boardbezeichnung runter. Noch schnell 7Zip installiert und die Dinger entpackt und schon losgelegt… Die Hälfte der entpackten Treibersetups für die ganzen Komponenten ließ sich anstandslos installieren die andere Hälfte zog es vor sich mit Kompatibilitätsschwierigkeiten zu empfehlen. Gut immerhin war nun der ominöse unbekannte treiberlose Coprozessor verschwunden, der Grafikchip lies sich nun ein paar mehr Einstellungen zum Rumspielen entlocken und Windows 7 bemerkte auf einmal dass ich weder Boxen noch Headset angeschlossen hatte und somit keinen Mucks von ihm hören konnte.

Die Hardware scheint also nun vollständig zu funktionieren. Ob das installierte Windows 7 das DVD-Laufwerk jetzt aber wirklich in jeder Situation mag harrt noch genaueren Untersuchungen. Vermutlich nicht. Ich muss laut Forenexperten noch irgendwelche ominösen Filtereinstellungen in der Registry anpassen. Nunja auch die von verstreuten mit Jetzt!-Sofort!-Hier!-Download!-Starten!-Kaskaden gepflasterten Downloadportale und diversen halbzerkratzten Original-CDs zu installierende Anwendungssoftware wartet noch auf ihre Installation, da es ja unter Windows im Gegensatz zu jedem beliebigen Linux keinen vernünftigten Appstore (wie man das jetzt bei der nur unwesentlich weniger stressigen Konkurrenz von Apple nennt) hat, der dafür sorgt, dass man bequem im Katalog der angebotenen Software stöbern kann und der obendrein auf Wunsch ohne einen weiter zu behelligen für jedes installierte Programmfitzelchen stets aktuelle Fehlerbehebungen installiert… Aber gut bis Windows 8 sind ja noch ein paar Jahre Zeit und man muss ja auch dafür sorgen zuverlässig mit vielen kleinen Verbesserungsschritten stetig Geld in die Kassen zu spülen.